YOGA beim Paierl in der Steiermark – Ein Erfahrungsbericht von Huberta Weigl

Yoga beim Paierl – Ein Erfahrungsbericht

Unlängst habe ich im Hotel Paierl in der Steiermark an einem Yogakurs von Eva-Maria Flucher teilgenommen. In die Welt des Yoga habe ich zum ersten Mal vor etwa zwei Jahren hineingeschnuppert –sie hat mich neugierig gemacht und dabei ist es geblieben. Ich merke, dass mir Yoga guttut. Und da ich es in Wien oft nicht schaffe, Yoga regelmäßig zu praktizieren, mag ich die Yogawoche beim Paierl ganz besonders.

Die Initiative zu diesem Blogartikel ist übrigens von mir ausgegangen und der Artikel ist kein „Sponsored Post“, also kein bezahlter Artikel, wie man ihn auf Blogs inzwischen immer häufiger findet. Nun aber zur Sache: Yoga beim Paierl mit Eva-Maria Flucher.

Die Morgeneinheit: Yoga und die eigenen Grenzen

Es ist 7:30 Uhr. Acht Frauen haben sich in dem wunderschönen Gymnastiksaal des Hotel Paierl mit Blick auf das Schwimmbad versammelt. Eineinhalb Stunden werden wir uns nun unter der Anleitung von Eva-Maria Flucher auf unseren Matten strecken und recken.

Draußen wird es langsam hell und ich werde langsam munter. Nach einem sanften Einstieg, bei dem wir erst einmal gedanklich ankommen und uns ein Thema für die heutige Einheit suchen sollen (oder auch: können), wird es zunehmend fordernd – zumindest für mich. Auch ohne jegliche Verschraubungen oder akrobatische Übungen empfinde ich Yoga als anstrengend.

Das liegt daran, dass ich im Alltag zu wenig Bewegung habe und manche Muskeln verkürzt sind. Ich komme beim Yoga jedes Mal ordentlich ins Schwitzen. Atem und Bewegung aufeinander abzustimmen, ist eine weitere Herausforderung. Ich konzentriere mich und merke, dass meine Gedanken ganz bei mir und meinem Körper sind. Der Alltag ist plötzlich weit weg – herrlich!

Respektiere deine Grenzen

Die Einheit geht weiter. Nicht alle Asanas kann ich so lange halten oder wiederholen, wie die anderen in der Gruppe. Aber das macht nichts: Im Yoga geht es nicht um Leistung. Es geht darum, die eigenen Grenzen zu spüren und sie zu respektieren und es geht um das Bemühen. Warum ich das hier erzähle? Weil ich das Respektieren der eigenen Grenzen zum Thema dieser einen Einheit gemacht habe, und das wiederum hat seinen Grund: Das Thema spielt für mich seit vielen Jahren eine wichtige Rolle in meinem Leben, nicht zuletzt auch deshalb, weil ich Migränikerin bin.

So bin ich am Ende der eineinhalbstündigen Einheit auch stolz darauf, dass ich auf meine Grenzen geachtet habe und behutsam mit mir umgegangen bin, dass ich beispielsweise ausgesetzt habe, wenn es mir zu viel wurde.

Das Schöne am Yoga ist, dass es keine Rolle spielt, wer was kann. Vergleiche sind uninteressant. Ob die Nachbarin oder der Nachbar auf der Matte das Bein höher strecken kann oder nicht, ist egal. Jeder macht das, was er kann. Darauf achtet Eva-Maria auch, was ich schätze. Bei anspruchsvolleren Übungen, bietet sie immer eine Basisvariante an, die jeder schafft (wirklich jeder!), und ein oder zwei Varianten für Fortgeschrittene.

Auch wenn ich gerade den Blick nicht auf sie gerichtet habe, sondern ihr nur zuhöre, kann ich ihr gut folgen. Das weiß ich nach einem schlechten Anfängerkurs in einem Yogastudio in Wien zu schätzen. Eva-Maria weiß, wie man Yoginis anleitet, wie man sie fordert, ohne zu überfordern.

Wenn sie nicht gerade eine Asana mit uns macht bzw. vorzeigt, geht sie zu den einzelnen Teilnehmerinnen. Sie korrigiert uns behutsam, drückt zum Beispiel den Rücken im Kreuzbereich ganz sanft ein paar Millimeter nach vorne – und das tut gut.

In jeder Einheit gibt es Neues zu lernen, über den eigenen Körper, sich selbst und natürlich Yoga. Was ich besonders mag: Auch während Eva-Maria sich um einzelne Teilnehmerinnen kümmert, leitet sie die Gruppe weiterhin an, sagt die Übungsabfolge an. Auch das ist, nach den Erfahrungen, die ich bislang anderswo gemacht habe, nicht selbstverständlich.

Frühstück und viele, viele Fragen rund um Yoga

Cut! Es ist 9:30 Uhr. Mit einem Bärenhunger trifft sich die Yogagruppe beim Frühstück. Genau gesagt, sitzt nur ein Teil der Yoginis mit Eva-Maria an einem Tisch. Wer lieber allein sein möchte oder mit seinem Partner, einer Freundin oder einem Freund zum Paierl angereist ist und die Zeit abseits des Kurses mit ihr bzw. ihm verbringen möchte, tut das einfach. Genau das ist das Schöne: Jeder macht, worauf er Lust hat!

Beim Frühstück geht es natürlich auch um Yoga. Eva-Maria beantwortet geduldig unsere Fragen: Wie schafft man es, Yoga regelmäßig zu üben? Warum sagen manche Yogalehrer, dass man nach dem Yoga nicht duschen soll? Warum machen so viele Männer einen Bogen um Yoga? Wie laufen die nächsten Retreats ab, die Eva-Maria anbietet? (Sehr praktisch, wenn man die Leiterin dazu selbst befragen kann!) Wo gibt es gute Yogamatten? Welchen Instagram-Accounts soll man folgen, wenn man die Großen der Yogawelt bestaunen will? Und zu meiner Freude tauschen wir uns auch immer wieder über Bücher aus – zu den Themen Yoga, Psychologie etc.

Was mich sehr anspricht: die offene Haltung von Eva-Maria. Jeder und alles hat Platz bei ihr. Und Kaffee und Eier mit Speck zum Frühstück sind auch völlig o. k. Niemand muss sich dem Milchreis oder den Haferflocken hingeben, wenn er es nicht möchte (es gibt sie beim Paierl!).

Irgendwann gegen 11:00 Uhr löst sich die fröhliche Tafelrunde auf. Jeder geht seines Weges. Mein Weg führt mich in mein Zimmer, wo ich zunächst lese, dann aber sehr schnell einschlafe. Andere gehen spazieren oder nutzen das Wellnessangebot des Paierl.

Der Paierl: Kraft tanken in der Steiermark

Ich selbst kenne „den Paierl“, wie er von den Gästen genannt wird, seit vielen Jahren. Das Hotel ist in eineinhalb Stunden mit dem Auto von Wien aus zu erreichen und für mich die Oase schlechthin, wenn ich Kraft tanken möchte. Die Zimmer sind wunderschön, das Essen (Frühstück, Mittagessen, Jause, Abendessen) reichhaltig und sehr gut.

Dass es letztendlich fast den ganzen Tag über etwas zu essen gibt, auch viel Obst, finde ich herrlich! Niemand muss „auf Vorrat“ zum Frühstück viel essen, weil es dann erst am Abend wieder etwas gibt. Gerade für mich als Migränikerin ist es wichtig, regelmäßig über den Tag verteilt normale Portionen zu essen. Dieses Mal habe ich übrigens das Teesortiment erst so richtig entdeckt: Rund 20 Sorten stehen zur Auswahl, und durch die habe ich mich dieses Mal durchgetestet.

Was ich noch am Paierl mag: die freundlichen und aufmerksamen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen einige seit Jahren bzw. Jahrzehnten im Haus sind und die dafür sorgen, dass man sich wirklich rundum wohlfühlt, das große Angebot an Behandlungen, das man dazu buchen kann, und die Tatsache, dass Wald und Wiese vor der Türe sind. Wer die Natur mag, kommt hier ebenfalls auf seine Kosten.

Beim Paierl habe ich übrigens auch Yoga für mich entdeckt. Ich habe hier vor etwa zwei Jahren eine einstündige Yogaeinheit mit anderen Hotelgästen besucht (Yogawochen mit Eva-Maria Flucher im Paierl gibt es erst seit diesem Jahr). Wenig später saß ich an meinem iPad und habe nach „Yoga Kurs Wien“ gegoogelt, weil ich unbedingt mehr über Yoga erfahren wollte und den Eindruck hatte, das könnte etwas für mich sein. Ich sollte recht behalten.

Nachmittagseinheit: Noch eine Runde Yoga

Die Nachmittagseinheit beginnt um 17:00 Uhr, dauert nur eine Stunde und ist weniger anstrengend als die Morgeneinheit. Wer mit den eineinhalb Stunden in der Früh schon genug hat, lässt die Nachmittagseinheit einfach aus. Es wartet ja auch noch die Abendmeditation.

Abendessen und Abendmeditation

Kurz nach 18:30 Uhr treffen wir uns zufrieden, aber müde zum Abendessen: fünf Gänge, von denen ich einen immer auslasse, sonst rolle ich nach Wien … Dann ist es Zeit, sich umzuziehen. Ein letztes Mal an diesem Tag schlüpfe ich in die Gymnastikhose und wandere in den Gymnastiksaal des Paierl. Draußen ist es inzwischen dunkel. Das Schwimmbad ist beleuchtet und schimmert blau, das warme Wasser dampft. Drinnen hat Eva-Maria ein paar Teelichter angezündet. Eine tolle Atmosphäre! Ein letztes Mal rollen wir die Matten aus. Wir setzen uns oder legen uns hin und versinken in die angeleitete Meditation. Der Yogatag endet schließlich um 21:00 Uhr.

Die eine zieht es ins Zimmer, um zu lesen oder bald schlafen zu gehen, andere trinken noch ein Gläschen Wein an der Bar. Jeder (besser: jede) wie er (sie) mag …

Yoga beim Paierl in der Steiermark: Mein Fazit

Wer Lust hat, eine Woche lang jeden Tag zweieinhalb Stunden, gut angeleitetes Yoga und eine halbe Stunde Meditation in einem schönen Hotelambiente zu praktizieren, ist in dem Kurs von Eva-Maria Flucher beim Paierl richtig. Wer keine ganze Woche Zeit hat, kann übrigens auch lediglich ein paar Tage an dem Kurs teilnehmen. Eva-Maria bzw. das nette Team an der Rezeption des Paierl wissen mehr dazu.

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David Regelin

Patrick Beach

Sehenswert für die Damen unter uns und vielleicht als Motivation für die Herren.

Lesenswertes für Yoginis und Yogis:

Über die Autorin

huberta-weigl-schreibwerkstatt-yoga-paierlMMag. Dr. Huberta Weigl

Yogaanfängerin mit Vorkenntnissen, studierte Betriebswirtin, promovierte Kunsthistorikerin, diplomierte Social-Media-Managerin. Inhaberin der 2012 gegründeten Schreibwerkstatt. Arbeitsschwerpunkte: Public Relations, Social Media, Texten, Lektorat, Wissenschaftskommunikation.

www.schreibwerkstatt.co.at